Trocken aber lesenswert
5 stars
Unaufgeregt und analytisch erklärt Ole Nymoen in seinem Buch den Sinn und Unsinn eines Krieges, wie Staaten zu den selben propagandistischen Mitteln greifen, unabhängig vom politischen System oder ob sie angreifen oder verteidigen und zu guter Letzt seiner persönliche Haltung. Aufgrund dessen ist das Buch aber halt auch recht trocken und liest sich deshalb auch stellenweise etwas zäh. Zumal gab es mir auch viel zum Nachdenken, zum Verarbeiten und zum Beobachten in den derzeit geführten Debatten zum Thema. Das führte dazu, das ich für ein 120 Seiten Buch irgendwie mehrere Monate brauchte, weil ich immer nur Teile gelesen habe, Teil erneut gelesen habe und zwischendurch einfach andere Bücher zur Ablenkung lesen musste. Weil wie Ole in dem Buch auch schrieb, das kann einem schon alles ein bisschen frustrieren und verzweifeln lassen. Vor allem hab ich dann auch noch den Fehler gemacht, mir die Talkshows nach der Erscheinung des Buches anzuschauen, in denen Ole sein Sicht verteidigte und man merkte das keiner der Anwesenden das Buch gelesen hatte und stellenweise halt genau wie von ihm im Buch beschrieben argumentierten. Das frustrierte halt noch zusätzlich. Aber Respekt an Ole, das er sich das angetan hat. Ich finde Ole hat ein lesenswertes Buch geschrieben, welches den Sinn und Unsinn eines Krieges erläutert und vor allem die Machtverhältnisse zwischen den Staaten und ihren Bürgern darlegt.
Zum Schluss, der letzte Satz des Buches: „Dabei gibt es so viel, für das es sich zu leben lohnt – und nichts, wofür man sterben sollte.“
