Drei Kameradinnen

Was Freundschaft bedeutet, wenn die Gegenwart Feuer fängt.

In ihrem neuen Roman erzählt Shida Bazyar voller Wucht und Furor von den Spannungen und Ungeheuerlichkeiten der Gegenwart – und von drei jungen Frauen, die zusammenstehen, egal was kommt. Seit ihrer gemeinsamen Jugend in der Siedlung verbindet Hani, Kasih und Saya eine tiefe Freundschaft. Nach Jahren treffen die drei sich wieder, um ein paar Tage lang an die alten Zeiten anzuknüpfen. Doch egal ob über den Dächern der Stadt, auf der Bank vor dem Späti oder bei einer Hausbesetzerparty, immer wird …

Hardcover, 352 pages

German language

Published April 15, 2021 by Kiepenheuer & Witsch.

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ISBN:
978-3-462-05276-3
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OCLC Number:
1202796051

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"Wir sind eben manchmal doch wie ihr."

Ihr habt Vorurteile, wir haben Vorurteile, nur der einen Seite schaden sie mehr als der anderen.

Kasih erzählt von dem Brand, für den ihre beste Freundin festgenommen wurde. Und damit wir verstehen, erzählt sie von ihrer Kindheit, Jugend und Gegenwart mit ihren Freundinnen Saya und Hani. Von dem Abgehängtsein in einer Gesellschaft, die sie alle drei ablehnt. Der Wut, der Müdigkeit, der Ohnmacht.

Shida Bazyar führt uns in ihrer gut durchdachten Erzählung an der Nase herum und spricht Wahrheiten aus, die wehtun und nachhallen.

Drei Kameradinnen von Shida Bazyar

Was für ein großartiges Buch. Die Protagonistin Kasih erzählt aus ihrer Perspektive und denen ihrer zwei Freundinnen (die drei Perspektiven sind alle migrantisch, und dennoch sehr verschieden) gleich mehrere Geschichten.

Denn ständig durchbricht sie die vierte Wand, entpuppt etwas zuvor geschriebenes als Lüge, die dann später doch keine mehr ist. Die Handlung ist fiktiv, aber leider hat man es alles schon zuvor in den Nachrichten gelesen: Die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds oder von Rostock-Lichtenhagen sind grausame Wirklichkeit und nur zwei Beispiele.

Das ständige "Lügen" der Protagonistin dient zum Hinterfragen der eigenen Perspektiven: Was glaube ich ihr? Was finde ich abwegig? An der einen Stelle kommt man dabei ins Reflektieren über den eigenen Rassimus, an der anderen denkt man über den fürchterlichen Zustand einer Gesellschaft nach, in der man die erzählten Geschichten für vollkommen plausibel hält und mit der Einschätzung auch noch richtig liegt.

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