Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde

Gegen die Kriegstüchtigkeit

Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.

Die Verteidigungsfähigkeit wird zur «Kriegstüchtigkeit» umerklärt, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert: Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde. Ole Nymoen erhebt Einspruch: Die Behauptung, das Sicherheitsinteresse eines Staates falle notwendig mit dem seiner Untertanen …

12 x 1.22 x 19.5 cm, 144 pages

Deutsch language

Published March 11, 2025 by Rowohlt.

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ISBN:
978-3-499-01755-1
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Reviews

Ein Buch mit wenig Tiefgang scheitert an der Realität

Ole Nymoen schrieb im Jahr 2024 einen Artikel für die ZEIT. Daraus wurde später das Buch, welches eben darlegen möchte, warum der Autor nicht für sein Land kämpfen möchte.

Die ersten beiden Kapitel handeln vom Sinn und Unsinn des Krieges. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der eigentlichen Frage.

Bereits beim Lesen des ersten Drittels des Buches fällt auf, dass es dem Autor an analytischer Schärfe bzw. einem Abgleich mit der Realität fehlt. Zehn Seiten beschäftigen sich mit der Frage, was Krieg ist. Am Ende ist man so schlau wie zuvor. Kontrastiert man dies mit dem Buch "Die Rückkehr des Krieges" von Gady (bookwyrm.de/book/146975/s/die-r%C3%BCckkehr-des-krieges) fällt die analytische Schwäche umso mehr auf. Gady geht umfassend auf Kriegsgründe, den Charakter des Krieges und vieles mehr ein. Das fehlt bei Nymoen komplett.

Der Autor nimmt an, mit der Aufgabe des Territorium sei alles erledigt. Schließlich bedeutet das weniger …

Bereichernder Gedankenfluss

Der erste Eindruck: Ein Büchlein, das nur durch sein Hardcover von einem Heft unterscheidbar ist, muss argumentativ liefern, um diesem umfassenden Thema überhaupt gerecht zu werden. Und das tut es, denn im Gegensatz zu Zeitgenossen gelingt Nymoen etwas: sich bereichernde Gedanken zu machen. Und auch wenn sich sein erzählerischer Duktus wiederfindet, findet sich hier ein Gedankenfluss, angereichert mit Fußnoten (durchaus auch als Referenz auf Vordenker oder Literatur), der nicht einfach im Trivialen versandet oder wild durch Unkulturlandschaften mäandert. Dieser Gedankenfluss wird bewusst gegliedert mit dem klaren Ziel Erkenntnisgewinn und Denkanstöße an alle zu transportieren, die sich mit oder ohne Vorwissen auf das Gewässer wagen.

Trocken aber lesenswert

Unaufgeregt und analytisch erklärt Ole Nymoen in seinem Buch den Sinn und Unsinn eines Krieges, wie Staaten zu den selben propagandistischen Mitteln greifen, unabhängig vom politischen System oder ob sie angreifen oder verteidigen und zu guter Letzt seiner persönliche Haltung. Aufgrund dessen ist das Buch aber halt auch recht trocken und liest sich deshalb auch stellenweise etwas zäh. Zumal gab es mir auch viel zum Nachdenken, zum Verarbeiten und zum Beobachten in den derzeit geführten Debatten zum Thema. Das führte dazu, das ich für ein 120 Seiten Buch irgendwie mehrere Monate brauchte, weil ich immer nur Teile gelesen habe, Teil erneut gelesen habe und zwischendurch einfach andere Bücher zur Ablenkung lesen musste. Weil wie Ole in dem Buch auch schrieb, das kann einem schon alles ein bisschen frustrieren und verzweifeln lassen. Vor allem hab ich dann auch noch den Fehler gemacht, mir die Talkshows nach der Erscheinung des Buches anzuschauen, …