Dietsch@bookwyrm.de reviewed Usagi Yojimbo Saga Volume 8 by Stan Sakai
Routine auf hohem Niveau
3.0 stars
Der achte Saga-Band versammelt die Hefte 139 bis 158 von Stan Sakais Usagi Yojimbo und dazu Geschichten aus dem Color Special 5. Den Rahmen bilden zwei Kriminalfälle, in denen Usagi wieder mit Inspektor Ishida ermittelt, zuerst bei einem Doppelmord und dann rund um ein unheimliches Gemälde, den „Hell Screen“. Dazwischen kämpft er gegen einen Schwarzmarkthandel mit Ginseng, hilft einem Kappa, einen abtrünnigen Artgenossen zu stellen, kreuzt die Klinge mit einem spanischen Gesandten und erfährt nebenbei, wie Sojasoße hergestellt wird.
Die Ishida-Krimis gefallen mir wie immer am besten: Ishida ist eine Art Sherlock Holmes und Usagi ist sein Watson. Sakai überträgt eine sehr englische Form überzeugend ins Japan der Edo-Zeit. Herausragend ist eine stille Geschichte während einer Hungersnot, in der Usagi eine alte Frau auf einen Berg trägt und erst oben begreift, dass sie dort zum Sterben ausgesetzt werden soll. Ihr Gespräch ist zutiefst menschlich, gerade weil Sakai hier auf …
Der achte Saga-Band versammelt die Hefte 139 bis 158 von Stan Sakais Usagi Yojimbo und dazu Geschichten aus dem Color Special 5. Den Rahmen bilden zwei Kriminalfälle, in denen Usagi wieder mit Inspektor Ishida ermittelt, zuerst bei einem Doppelmord und dann rund um ein unheimliches Gemälde, den „Hell Screen“. Dazwischen kämpft er gegen einen Schwarzmarkthandel mit Ginseng, hilft einem Kappa, einen abtrünnigen Artgenossen zu stellen, kreuzt die Klinge mit einem spanischen Gesandten und erfährt nebenbei, wie Sojasoße hergestellt wird.
Die Ishida-Krimis gefallen mir wie immer am besten: Ishida ist eine Art Sherlock Holmes und Usagi ist sein Watson. Sakai überträgt eine sehr englische Form überzeugend ins Japan der Edo-Zeit. Herausragend ist eine stille Geschichte während einer Hungersnot, in der Usagi eine alte Frau auf einen Berg trägt und erst oben begreift, dass sie dort zum Sterben ausgesetzt werden soll. Ihr Gespräch ist zutiefst menschlich, gerade weil Sakai hier auf Tempo und Action verzichtet. Auch viele andere Geschichten verbinden Abenteuer mit japanischer Tradition, man lernt einiges dabei. Der Kappa und der spanische Fechter bleiben dagegen Mittelmaß.
Was dem Band fehlt, sind übergreifende Geschichten. Usagi ist der freundliche, zupackende Ronin, zu dem er über viele Bände geworden ist, aber er entwickelt sich nicht weiter. Wenn er beiläufig seinen Sohn erwähnt, der nichts von ihm weiß, merkt man, was fehlt: Jotaro, Mariko, Gen, sein Lehrmeister, also all die Beziehungen, die der Figur früher emotionale Tiefe gegeben haben. Das ist alles routiniert und gut gemacht, ein echtes Highlight setzt der Band aber nicht.