Eine interessante Vision
5 stars
Das Buch ist in drei Teile gegliedert, zuerst erklärt die Autorin die Geschichte des Kapitalismus und erklärt, welche Mechanismen unserem Wirtschaftssystem zugrunde liegen. Danach springt sie in die Gegenwart und geht auf die momentan vorgeschlagenen Lösungen ein, um im selben Wirtschaftssystem bleibend den Klimawandel zu bekämpfen - Stichwort "Grünes Wachstum". Am Ende skizziert sie eine Alternative. Die Autorin zeigt recht schlüssig warum ein Weiter wie bisher nicht möglich ist, selbst wenn man voll auf grüne Alternativen umsteigt. Auch wenn sie mir die Möglichkeiten der erneuerbaren Energiequellen hier etwas zu pessimistisch darstellt, hat sie doch in vielen Punkten recht. Vor allem der "Rebound"-Effekt hat bisher noch jede Effizienzsteigerung und Emissionsminderung zunichte gemacht, weil durch das allgemeine Wachstum am Ende doch wieder mehr emittiert wird als zuvor. Als Alternative präsentiert sie die britische Kriegswirtschaft im 2. Weltkrieg. Damals wurde die Wirtschaft auf der Insel gezwungenermaßen radikal umgestellt. Die Fabriken waren weiterhin in …
Das Buch ist in drei Teile gegliedert, zuerst erklärt die Autorin die Geschichte des Kapitalismus und erklärt, welche Mechanismen unserem Wirtschaftssystem zugrunde liegen. Danach springt sie in die Gegenwart und geht auf die momentan vorgeschlagenen Lösungen ein, um im selben Wirtschaftssystem bleibend den Klimawandel zu bekämpfen - Stichwort "Grünes Wachstum". Am Ende skizziert sie eine Alternative. Die Autorin zeigt recht schlüssig warum ein Weiter wie bisher nicht möglich ist, selbst wenn man voll auf grüne Alternativen umsteigt. Auch wenn sie mir die Möglichkeiten der erneuerbaren Energiequellen hier etwas zu pessimistisch darstellt, hat sie doch in vielen Punkten recht. Vor allem der "Rebound"-Effekt hat bisher noch jede Effizienzsteigerung und Emissionsminderung zunichte gemacht, weil durch das allgemeine Wachstum am Ende doch wieder mehr emittiert wird als zuvor. Als Alternative präsentiert sie die britische Kriegswirtschaft im 2. Weltkrieg. Damals wurde die Wirtschaft auf der Insel gezwungenermaßen radikal umgestellt. Die Fabriken waren weiterhin in privater Hand, aber sie mussten das produzieren was ihnen der Staat vorgab. Sie mussten auch mit jenen Materialien auskommen, die ihnen zugeteilt wurden. Ein Schrumpfen der Wirtschaft - sie nennt es "Überlebenswirtschaft", soll auf ähnliche Weise passieren. Für den durchschnittlichen Bürger wird sich nicht viel ändern - außer dass weniger Fleisch konsumiert wird und weniger oft um die Welt geflogen wird. Nur die Reichsten müssen ihren Lebensstil radikal umstellen. Die Menschen haben damals in Großbritannien mitgemacht, aber wohl nur weil der Krieg etwas war das jeder leicht verstehen konnte - immerhin sind Bomben auf England gefallen. Natürlich sind die Folgen des Klimawandels ebenfalls verheerend, aber weniger augenblicklich. Das ist wohl das große Problem. Schade fand ich, dass sie andere "ökosozialistische" Lösungen nur kurz anspricht und anmerkt, dass diese nicht genügend untersucht seien. Aber auch ihr Vorschlag ist so wie ich das sehe nicht durch Studien gestützt und lässt viele Fragen offen - man denke an Auswirkungen auf Pensionssysteme etwa. Ihr Schlussfazit ist ernüchternd. Wenn wir nicht von selbst unser System umstellen, dann wird uns der Klimawandel irgendwann dazu zwingen. Mehrere Milliarden Menschen leben jetzt in Gebieten, die dann unbewohnbar sein werden. Kriege und ein Ende der Demokratie drohen. An ein Weiter wie bisher ist dann ohnehin nicht mehr zu denken.