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Erich Fromm: Wege aus einer kranken Gesellschaft. Eine sozialpsychologische Untersuchung. (Paperback, German language, 2003, Dtv)

Der große humanistische Denker nimmt die westliche Konsumgesellschaft in kritischen Augenschein.

Grob zusammengefasst würde ich sagen, dass sich Fromm für eine Reduktion auf ein menschliches Maß ausspricht (Gruppen/Organisationen bis 500 Personen), das dezentraler ist und mehr Mitbestimmung sowie Partizipation ermöglicht. Im Politischen erinnert mich das an Bürgerräte. Daneben soll Bildung und Erziehung immer theoretisch und praktisch erfolgen und dabei auch lebenslang gefördert werden. Vorschläge zur Garantie der Existenz z.B. bei beruflicher Umorientierung klingen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen (bei ihm aber zeitlich begrenzt). Hinzu kommen noch gemeinsame Formen des künstlerischen Kreativität sowie eine Abkehr vom reinen Streben nach Profit hin zu einem Hinarbeiten zur Verbesserung der Gesellschaft. Besonders interessant fand ich seine "Vorhersage" einer neuen Religion aus der Essenz der bisherigen Religionen, die nicht mehr im Widerspruch zu den rationalen Erkenntnissen steht.