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Petra Lahnstein: Berufliche Kommunikation Für Dummies (Paperback, German language, 2025, Wiley & Sons, Limited, John)

Ist auch Ihnen bei einem Meeting schon mal die passende Antwort erst im Nachhinein eingefallen? …

Aussagekräftiger Betreff: Geben Sie Ihren E-Mails einen aussagekräftigen Betreff, das macht es für Sie und die Adressaten leichter, die Dringlichkeit der Mail einzuschätzen. Auch beim Archivieren und Suchen in übervollen Posteingängen ist dies wertvoll.

Berufliche Kommunikation Für Dummies by  (Page 197)

Diesen einen Aufzählungspunkt aus dem Unterkapitel zur Kommunikation per E-Mail finde ich ziemlich repräsentativ für ein Problem, das ich mit dem Buch habe: das klingt so erstmal nicht schlecht. Wenn man kurz drüber nachdenkt, wird hier m.E. aber zugunsten knapper und (zugegebenermaßen) schön sturkturierter Schreibweise an Konkretheit/Klarheit gespart.

Ich sehe zumindest vor meinem geistigen Auge schon Betreffzeilen wie "Unbedingt bis heute 14:00 handeln!", weil im Zitat die Dinglichkeit so hervorgehoben wurde. In meiner eigenen Erfahrungen sind Menschen aber meist schon von alleine ganz gut darin, ihre empfundene Dringlichkeit auszudrücken. Was m.E. sehr viel häufiger fehlt ist Kontext oder nachvollziehbarer Inhalt. Beispiel: bei meinem Betreff von oben mag es darum gehen, dass jetzt die letzte Chance besteht, sich am Geschenk für eine Kollegin zu beteiligen. Wenn ich das aber schon vor einer Woche getan habe, hilft mir der Betreff von oben so gar nicht weiter. Da würde ich mich eher ärgern, wenn ich sofort auf die Mail reagiere für nichts.

Klar, wenn ich jetzt über mein fiktives Beispiel nachdenke, bin ich mir auch nicht ganz sicher, was da der perfekte Betreff wäre. Bei "Geschenkbeteiligung Irene" wüsste ich ja streng genommen auch nicht, dass es nur die Erinnerung ist, die ich ignorieren kann. Es könnte ja der Hinweis auf ein Problem mit der bisherigen Beteiligung sein. Oder eine Rückfrage/Abstimmung, was mit dem gesammelten Geld denn eigentlich gekauft werden soll. Etc. pp.

"Noch bis 14:00 an Irenes Geschenk beteiligen" wäre für mich ok. Fühlt sich aber auch schon fast zu lang an, da glaube ich fast nicht, dass sich jemand für eine simple Erinnerung so viel Zeit nehmen würde. Zumal dann auch wieder die Gefahr besteht, dass ich jemand zu sehr aufgefordert fühlt, der mit Irene nichts am Hut hat und ihr bewusst nichts schenken will.

Wie gesagt, bei dem Zitat ist es mir bisher am deutlichsten aufgefallen, dass ich manche Punkte beim Lesen im ersten Moment ganz sinnig fand, dann aber schnell merkte, dass m.E. noch ganz schön viel offen bleibt bzw. mehr konkrete Beispiele geholfen hätten.