Zyfdnug quoted Afrotopia by Felwine Sarr
[Afrikas] Status als Erstgeborener der Menschheit verlangt von ihm, dass es sich aus der Konkurrenz zurückzieht, aus dem Wettstreit jenes Kindesalters, in dem die Nationen sich verächtlich anschauen, um zu ermessen, wer am meisten Wohlstand angehäuft hat, am meisten technische Gadgets, die stärksten Gefühle und die ausgeprägteste Fähigkeit, die Güter und Freuden dieser Welt zu geniessen, und sei es, dass dieses zügel- und verantwortungslose Vorgehen die gesellschaftlichen und ökologischen Voraussetzungen menschlichen Lebens aufs Spiel setzt.
— Afrotopia by Felwine Sarr (Page 152)
Ein schöner Schluss von Felwine Sarrs Buch, das eher Essay als wissenschaftliche Analyse ist. Selber finde ich die Aspekte Analyse, Einordnung und Erklärung gut (natürlich kurz, aber hunderte Jahre Geschichte vieler Völker, Nationen, und im Grunde der ganzen Welt kann man ja nicht in wenigen Seiten detailliert abhandeln) dargestellt, aber leider ist mir vieles zu wenig Konkret und insbesondere vermisse ich nach all dem Können und Sollen das "Wir werden tun" und "jetzt grade machen wir". Da das Buch als Manifest charakterisiert wird sagt das wohl mehr über meine optimistischen Wünsche aus :-) Das das Buch aber auch schon vor zehn Jahren geschrieben wurde und die Utopie der Verwirklichung nicht näher zu sein scheint, während die zitierten Probleme immer deutlicher erkennbar werden, bleibt daneben auch ein grosses Mass an Enttäuschung über die nicht realisierten Möglichkeiten. Das ist dann wohl mein Pessimismus.
