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Waris Dirie, Cathleen Miller: Wüstenblume (Paperback, German language, Ullstein Tb)

Waris Dirie leads a double life -- by day, she is an international supermodel and …

Spannende Biographie

Ich glaub das ist die spannendste Biografie die ich bisher gelesen habe. Es ist wirklich fazinierend was für einen Weg die Frau hinter sich hat, vor allem was für Stationen sie da durchlaufen hat und wie es dazu kam. Das erste Drittel des Buches ist dabei, wie schon in einem Zwischenstand geschrieben, eine unglaubliche Achterbahn der Gefühle. Sie beschreibt da in Kapiteln ihr Leben in Somalia, die schönen Seiten der Kultur, der Familie, des Lebens mit der Natur, schönt aber auch nicht die Widrigkeiten. Allerdings gibt es dann in diesen Kapiteln immer wieder diesen einen Absatz, wonach einem mit voller Wucht in die Magengrube geboxt wird. Im Rest des Buches, bis auf die letzten beiden Kapitel, beschreibt sie dann wie sie in einer fremden Welt und Gesellschaft, versucht Fuß zu fassen, sie immer wieder auch verarscht wird und wie sie immer wieder strukturellem Rassismus ausgesetzt ist, allerdings ohne Diesen explizit zu benennen. Aber sie erzählt auch von den Freundschaften die sie geknüpft hat innerhalb der Diaspora, aber auch außerhalb. Sie berichtet von ihrem Leben als Model, wenn auch nur oberflächlich und wie sie dadurch die Möglichkeit hatte ihre Mutter wieder zu treffen, was wirklich ein richtig schönes Kapitel war. Die letzten beiden Kaptiel berichtet sie davon wie sie begonnen hat sich gegen Genitalverstümmelungen zu engagieren. Dabei schreibt sie einmal das sie um dieses Thema zu behandeln, das in ihrer Kultur von Frauen todgeschwiegen wird, ihre Würde ablegen musste um darüber offen zu sprechen. Ich weiß nicht ganz ob das nenn Übersetzungsfehler ist, weil ich würde ja sagen das sie Scham abgelegt hat, aber ihre Würde mal sowas von behalten hat. Auf einen der letzten Seiten gibt es eine wo man richtig merkt das sich da ihre Wut auf die patriarchale Gesellschaftsordnung (und nicht nur die ihres Landes) einmal kurz so richtig Bahn bricht und ich fand, nach allen was davor kam, hätte das gut und gern ein komplettes, ausführliches Rant-Kapitel sein können. Ich hab noch kein Buch gelesen wo ich so oft Tränen in den Augen hatte. Und damit es direkt die nächste Person lesen kann, habe ich es direkt danach wieder in den Bücherzelle gelegt, wo ich es her hatte.