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Nils Müller liest

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Theresia Enzensberger: Auf See (Deutsch language, Hanser Verlag)

Die Welt geht unter, aber Yada wird erwachsen. Und das auf einer Insel vor dem …

Souverän und leicht lakonisch erzählt

Auf den Roman „Blaupause“ war bin ich in erster Linie aufmerksam geworden, weil ich vor ein paar Wochen erst einen aktuelleren Roman von Theresia Enzensberger gelesen hatte, „Auf See“. Auch hier begleiten wir eine junge Frau – Yada –, die diesmal die Wahrheit hinter einem großen Projekt ihres Vaters entdeckt, das ihre ganze Welt geworden ist.

Yada lebt auf einer künstlichen Insel in der Ostsee, die ihr Vater mit einigen anderen zusammen als liberales Utopia inmitten einer untergehenden Welt erschaffen hat. Umgeben von einem Wellenbrecher als Schutzwall und Windfarmen verbringt sie ihre Tage zwischen Unterricht und angespannten Abendessen mit ihrem Vater. Die Insel ist mittlerweile jedoch weitestgehend verlassen und so lebt Yada einsam und abgeschieden – wie ihr Vater behauptet, um sie vor der zusammengebrochenen Zivilisation auf dem Festland zu beschützen.

Ganz ähnlich wie in dem Bauhaus-Roman „Blaupause“ erzählt Enzensberger hier von einem Versuch, die Welt …

Spannender Einblick in das Leben am Bauhaus

Da meine Faszination für das Bauhaus mal wieder neu erwacht ist, habe ich mich gleich nach der Biografie von Franz Ehrlich an den Roman „Blaupause“ von Theresia Enzensberger gesetzt. Der Roman schließt im Grunde nahtlos an das Vorhaben von Borries und Fischer an und zeigt die Komplexität und damit insbesondere auch die graueren Seiten des Bauhauses auf.

Enzensbergers Protagonistin ist die fiktive(?) Bauhaus-Schülerin Luise Schilling, die aus gutem Hause in Berlin kommend in Weimar Architektur studieren möchte. Dort erlebt sie nicht nur ein gemeinsames, intellektuell stimulierendes Geistesleben, sondern auch Menschliches und allzu Menschliches: Sie glaubt, die Liebe gefunden zu haben, die ihr dann doch wieder entgleitet. Sie glaubt, sich mit ihrer Familie ausgesöhnt zu haben, was ihr dann doch wieder entgleitet. Und sie glaubt, ihren Weg in der eigenen Hand zu haben, der ihr dann doch wieder entgleitet.

In der Figur der Luise spiegelt sich jedoch nicht nur …