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Nils Müller liest

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Nils Müller liest's books

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Simon Jiménez: The Spear Cuts Through Water (Hardcover, 2022, Random House)

The people suffer under the centuries-long rule of the Moon Throne. The royal family—the despotic …

Vielschichtig, komplex und faszinierend, aber mit Längen

Es ist schwer, über "The Spear Cuts Through Water" eine kurze Rezension zu schreiben. Es gibt zu viele Ebenen, auf denen man über den Roman Interessantes sagen könnte: die spannende Fantasy-Geschichte in einer faszinierenden und gleichzeitig irgendwie unwirklich erscheinenden Welt, das Verschwimmen unterschiedlicher Erzählebenen zwischen zeitgenössischem Roman, magischem Realismus und klassischerer Fantasy, die verschiedenen thematischen Stränge um Familie, Schicksal und Tradition, aber auch um Macht und Kontrolle oder die Endfremdung von Mensch und Kultur. Dann ist da auch noch die äußerst spannende Erzählweise, in der der Autor immer wieder kurze Gedankengänge einzelner Nebenfiguren mitten in den Text schreibt und das die Welt dichter und komplexer erscheinen lässt, als sie es auf den zweiten Blick wirklich ist.

Also ein rundum faszinierender Roman, dessen Geschichte die eine oder andere Länge hat und den ich auch nicht immer wirklich en détail verstanden habe, der aber lange in mir nachhallt…

reviewed Marlow by Volker Kutscher (Gereon Rath, #7)

Volker Kutscher: Marlow (Hardcover, 2018, Piper, Piper Verlag GmbH)

Formulaisch aber kompetent und spannend

"Marlow" ist der siebte Roman aus Volker Kutschers historischer Krimi-Reihe über den Ermittler Gereon Rath. Als solcher ist er die siebte konsequente Anwendung derselben Formel: Gereon Rath stolpert in einen Fall, trägt bald ein Geheimnis mit sich, in das er weder seine Kollegen noch seine Frau einweihen kann, es tauchen Figuren aus vorherigen Romanen auf, am Ende geht es - mehr oder weniger - gut aus, ein Twist für den nächsten Roman ist aber schon angelegt.

Das ist nicht sonderlich überraschend, aber ein wenig, als schlüpfe man in eine alte, bequeme Jogging-Hose. Die Überraschungen sind nicht fundamental, schaffen es aber immer wieder, mich neugierig zu machen, wie es weitergeht. Die Personen kenne ich auch bereits, sie verändern sich aber im Laufe der Zeit und die Zeit, nun ja, es passieren die Dinge, von denen man wünschte, sie würden sich gerade nicht wieder anbahnen ...

Ada Palmer: Perhaps the Stars (Hardcover, 2021, Head of Zeus)

World Peace turns into global civil war.

In the future, the leaders of Hive …

Das Ende der Terra Ignota

Nach rund 85 Stunden Hörbuch auf mehreren Hundert Jogging-Kilometern quer durch Dortmund habe ich meinen Re-„Read“ der Terra Ignota-Reihe abgeschlossen – logischerweise als Hörbuch und nicht mit dem Kindle vor der Nase. Ich bin üblicherweise nicht so der ganz große Freund von englischsprachigen Hörbüchern, da sie mir für „nebenbei“ zu viel aktives Zuhören erfordern. Doch für die großartig inszenierte GraphicAudio-Version dieser faszinierenden Reihe habe ich dann doch eine Ausnahme gemacht. Dafür konnte ich die dann halt nicht beim Haushalten hören, sondern „nur“ auf dem wöchentlichen Pendelweg und mit Laufschuhen an den Füßen.

Die Reihe erzählt die Geschichte der Menschheit im 25. Jahrhundert, die mehrere Jahrhunderte des Friedens hinter sich hat. In der bestehenden Ordnung zeigen sich jetzt aber die ersten Risse. In den ersten beiden Bänden kommen immer mehr Geheimnisse, Intrigen und unüberbrückbare Differenzen ans Licht, bis die Welt vor dem Abgrund eines neuen Krieges steht. Die Anspannung von …

Adrian Tchaikovsky: Shroud (2025, Tor)

Fremde auf einer fremden Welt

In Sachen Adrian Tchaikovsky bin ich ja ein wenig ein Spätzünder, aber es heißt ja nicht zu Unrecht: „Besser spät als nie“. Und von den drei Büchern, die ich von ihm bisher gelesen habe, war jedes auf seine eigene Art besonders und irgendwo zwischen sehr gut und hervorragend.

Jetzt also eines seiner neueren Werke – Shroud. Irgendwo in der Tiefe des Weltalls hat die hyper-kapitalistische Menschheit ein neues Sonnensystem gefunden, das sie ausbeuten kann. Auf einem Mond entdecken die Forscher*innen dabei Leben und machen sich daran, dieses zu untersuchen. Doch es passieren Dinge und so stranden schließlich zwei von ihnen in einer notdürftig zusammengeflickten Erkundungskapsel auf dem Mond. Um wieder nach Hause zu kommen, müssen sie sich durch eine unwirtliche Landschaft schlagen und lernen, mit den Bewohnern zu interagieren.

Der extrem vielfältige Adrian Tchaikovsky nimmt uns diesmal also in eine vollkommen fremde Welt mit und es gelingt ihm …