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Nils Müller liest

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Nils Müller liest's books

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Ein Blick auf die dunkle(re) Seite des Bauhaus'

Nachdem ich das Buch, dessen zentrale Ideen ich bereits vorgestellt habe, nun endlich abgeschlossen habe, möchte ich euch meinen Gesamteindruck natürlich nicht vorenthalten: In ihrer Biographie nehmen sich die beiden Autoren Friedrich von Borries und Jens-Uwe Fischer den weniger bekannten Bauhaus-Schüler Franz Ehrlich vor und rekonstruieren sein Leben, natürlich nicht ohne auch die eine oder andere Beobachtung über dessen Umstände zu verlieren.

Dabei haben sie Franz Ehrlich in erster Linie ausgewählt, weil sich in ihm eine Spannung widerspiegelt, die im Umfeld des Bauhauses bisher nur selten thematisiert wurde: Die enge Verbindung der bauhäuslerischen Ideen mit den beiden großen Totalitätsmaschinen des 20. Jahrhunderts: den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus und der zentralen gesellschaftlichen Steuerung der „sozialistischen“ DDR. Beide entleihen sich den ursprünglichen „positiv-weltverbessernden“ Anspruch des Bauhaus und pervertieren ihn in unterschiedliche Richtungen – im Falle von Franz Ehrlich insbesondere im Hinblick auf seine architektonische Arbeit am KZ Buchenwald, erst als Gefangener, dann …

Gaia Vince: Nomad Century (Hardcover, 2022, Flatiron Books)

Unsere Welt wird sich verändern. Aber wie?

Die Temperaturen steigen weiter und die politische Diskussion wird immer hitziger: Es gibt diejenigen, denen es mit der Klimapolitik nicht schnell genug gehen kann und diejenigen, denen es schon jetzt zu schnell geht. Dazwischen immer wieder neue Horrormeldungen von der Front der Klimaforschung, neue technologische Heilsversprechen, neue Abwiegelungsversuche oder fatalistisches „Es ist eh zu spät“.

In diesem Diskurs nimmt das Buch „Nomad Century“ der britischen Autorin Gaia Vince eine ganz besondere Position ein: Es nimmt die Klimakatastrophe in ihrer Bedeutung vollkommen ernst und nimmt kein Blatt darin vor den Mund, was uns als Menschheit im 21. Jahrhundert bevor steht. Zudem diskutiert sie fundiert die verschiedenen Möglichkeiten, die Katastrophe zumindest noch abzuschwächen. Gleichzeitig sagt sie aber auch ganz klar: Wir können nur noch dafür sorgen, dass es weniger schlimm wird, und nimmt dann einen ganz zentralen Anpassungsmechanismus in den Blick, der die Menschheitsgeschichte seit Anbeginn geprägt hat: die Migration.